Tee und Gesundheit

Im heißen Wasser löst sich etwa 40 Prozent der Blatttrockenmasse auf. Deren Hauptinhaltsstoffe sind Koffein, Gerbstoffe und Öle. Wie beim Kaffee ist das Koffein für die anregende Wirkung verantwortlich. Früher bezeichnete man das im Tee enthaltene Alkaloid als Tein. Koffein und Tein sind jedoch im chemischen Aufbau identisch, sie liegen lediglich in unterschiedlichen Bindungen vor.

Koffein aus Kaffee wird im Vergleich zu Koffein aus Tee schneller resorbiert. Durch einen anderen Bestandteil des Tees, das Adenin, ist zudem die physiologische Wirkung des Koffeins verändert. So ist beim Tee eine länger anhaltende Wirkung zu beobachten, die aufputschende Komponente wie beim Kaffee ist jedoch weniger ausgeprägt. Der Koffeingehalt von Teeblättern beträgt im Durchschnitt drei Prozent. Eine Tasse Tee (150 ml) enthält etwa 2 Gramm Koffein, wenn der  Tee einen Gehalt von  60 Milligramm aufweist.

Da die im Tee enthaltenen Gerbstoffe die Eigenschaft haben, im Magen und Darm die Resorption von Alkaloiden zu erschweren, lässt sich vom Koffeingehalt in einer Tasse Tee nicht direkt auf die Menge des tatsächlich aufgenommenen Koffeins schließen.
Gerbstoffe sind im trockenen Tee zu 25 bis 30 Prozent enthalten, sie wirken beruhigend auf Magen und Darm. Bisher sind rund zwanzig verschiedene Gerbsäuren bekannt, die auf den Verdauungstrakt eine stabilisierende Wirkung haben. In den Knospen und jüngsten Blättern an der Spitze des Triebes ist der Gehalt an Gerbsäuren am höchsten, aber schon ab dem vierten Blatt ist er um die Hälfte niedriger;[1] maschinell geernteter Tee hat also sehr viel weniger Gerbstoffe als von Hand gepflückter. Außerdem enthält Tee eine Vielzahl ätherischer Öle, die im kalten Getränk an seiner Oberfläche sichtbar werden. Ätherische Öle machen das Aroma des Tees aus.[2]

Im Tee ist der Mineralstoff Fluor reichlich enthalten (zwischen 40 und 1.900 mg/kg); die Durchschnittswerte für grünen Tee liegen bei 300 mg/kg, für schwarzen Tee bei 150 mg pro Kilogramm.

So können ein paar Tassen Tee täglich erheblich zur Kariesprophylaxe durch Fluor beitragen. Beim direkten Teeaufguss lösen sich die Fluoride gut, bei der Verwendung von Teebeuteln weniger gut. Festgestellt wurden Werte zwischen 0,56 und 2,73 mg/kg (1 Gramm Tee pro 100 ml Leitungs- oder destilliertes Wasser, vier Minuten gezogen). Damit enthalten 2 bis 3 Tassen Tee bis zu 1 Milligramm Fluorid.[3] Als tolerierbarer Richtwert werden 0,8 bis 1,2 mg Fluorid pro Tag angegeben, Aufnahmemengen über diesen Werten werden von einigen Wissenschaftlern kritisch gesehen. Andere Fachleute fordern sogar, mehr Fluorid zur Kariesvorbeugung einzusetzen, beispielsweise als Zusatz zum Trinkwasser. Die Teepflanze bezieht ihren hohen Fluoridgehalt meistens aus den Mineralien vulkanischer Böden, so zum Beispiel Tees aus Java und Kenia.

Tee enthält die dem Koffein verwandten Substanzen Theophyllin und Theobromin, die für die harntreibende Wirkung des Tees verantwortlich sind, aber auch die Koffeinwirkung modifizieren. Von den Spurenelementen ist Mangan im Tee besonders reichlich enthalten. Mangan – unverzichtbar für viele Enzymfunktionen – ist in Teeblättern derart stark angereichert, dass mit dem Genuss von einem Liter Tee bereits die Hälfte des Tagesbedarfs gedeckt wird.[4]

Für die gute Verträglichkeit des Tees sorgen die verzögerte Aufnahme des Koffeins und die positiven Wirkungen seiner Gerb- und Röststoffe.[5] Aber entgegen häufig geäußerten Behauptungen kann es beim Genuss stark koffeinhaltigen Tees genauso zu Schlafstörungen kommen wie beim Kaffee. Die Menge, bei der die gewünschte belebende Wirkung in eine unangenehme, schlafstörende umschlägt, ist individuell sehr verschieden.

 

[1] Franke, W. Nutzpflanzenkunde, 5. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 1992

[2] Wickremasinghe, R.L.: Tea; in: Advances in Food reseach, 24 (1978), S.252

[3] Strübing, W., Gülzow, H.J.: Fluoridgehalt in Teeblättern; in: Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, 36, 1988, S.397ff.

[4] N.N. Teesorten; in: Der Lebensmittelkontrolleur, I/90

[5] N.N. in: Ökotest, 12/88, S.22-25

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