Kaffee

Die Kaffeebohne ist eigentlich keine Bohne, sondern der von Fruchtfleisch umgebene Same der Kaffeekirsche.
Urkundlich erwähnt wurde Kaffee erstmals im 10. Jahrhundert, aber bereits 575 n. Chr. soll er in Äthiopien angebaut worden sein. Zu dieser Zeit wurde Kaffee in ganzen Bohnen oder zerstoßen und mit Fett gemischt gegessen. Später sammelte man den Saft, um eine Art Wein daraus zu gewinnen.

Als Heißgetränk wurde Kaffee erstmals um das Jahr 1000 n. Chr. zubereitet. Die Araber nannten ihn, entsprechend einer Bezeichnung für Wein, »gahwah«. Aus dem türkischen »kahveh« entstanden schließlich »café« im Französischen und »Kaffee« im Deutschen.

Erst im 15. Jahrhundert gelangte der Kaffee vom Vorderen Orient aus nach Europa, besonders gefördert durch Ludwig XIV., der damit der Trunksucht seiner Landsleute Herr werden wollte. Bald waren die Kaffeehäuser Orte lebhafter, kritischer Diskussionen; aber weil die Obrigkeit dort die Anzettelung von Revolten befürchtete, wurde der Kaffeeausschank zeitweilig verboten.
Anfang des 18. Jahrhunderts wollten auch die Portugiesen in ihren brasilianischen Kolonien Kaffee anbauen. Dazu mussten sie Kaffeepflanzen aus Guyana einführen. Dort herrschten zu dieser Zeit allerdings die Franzosen und Holländer, die die Ausfuhr von Kaffeepflanzen verboten hatten, um den Anbau unter ihrer Kontrolle zu halten. So schmuggelte 1727 ein portugiesischer Kaufmann Kaffeesetzlinge, versteckt in großen Blumengebinden, nach Brasilien. Bald entwickelte sich das Land zum weltgrößten Kaffeeproduzenten.

Das Ende der Kolonialzeit änderte wenig an der traurigen Lage der Anbauländer. Denn seitdem die Kolonialherrn verschwunden sind, bestimmt der Weltmarkt die Preise, und weil mehr Kaffee angebaut als verkauft wird, sinken die Preise ständig. 1929 produzierte allein Brasilien mehr Kaffee als weltweit verbraucht wurde. Als schließlich zwei Ernten auf Halde lagen, wurden riesige Mengen Kaffee einfach ins Meer gekippt oder in Lokomotiven verheizt.

Auch heute noch nimmt der Staat Einfluss auf den Kaffeehandel, denn die hohen Zölle und Steuern machen die begehrten Bohnen zu einer wichtigen Einnahmequelle. 1984 betrug die Welt-Kaffee-Ernte 5,21 Millionen Tonnen. Hauptexportländer sind Brasilien und Kolumbien. Daneben gibt es bedeutende Anbaugebiete in Indonesien, Mexiko, Äthiopien, Uganda, El Salvador, Guatemala, Kamerun, Costa Rica, Indien und auf den Philippinen.

Seiten zum Kapitel „Kaffee“:

Grundwissen: Geschichte, Lebensmittelkunde, Anbau und Verarbeitung:
Das Sortiment
Muntermacher
Wirkungen von Koffein
Kaffee und Schwangerschaft
Eine anspruchsvolle Nutzpflanze
Die Kaffeeröstung
Entkoffeinierter Kaffee
Löslicher Kaffee
Kaffee für Kinder: Muckefuck
Wachsende Kaffeeplantagen – schrumpfende Regenwälder
Handel zu fairen Bedingungen

Schad- und Zusatzstoffe: Pestizide und Schimmelpilze:
Hohe Erträge mit viel Chemie
Verunreinigungen in Kaffeebohnen

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