Cadmium in Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkernen

Zwar ist der Anteil von Nüssen und Samen am gesamten Lebensmittelverbrauch gering, bei einseitiger Ernäh-rung können sich jedoch beachtliche Schwermetallmengen summieren. Für den Schwermetallgehalt in Schalenfrüchten sind unverbindliche Richtwerte erlassen: für Blei 0,5 mg/kg, für Cadmium 0,05 mg/kg und für Queck-silber 0,03 mg/kg. 

Sonnenblumenkerne, Paranüsse, Mohn und Leinsaat weisen häufig mittlere bis hohe Cadmiumbelastungen auf. Mohn gehört zu den mit Cadmium am stärksten belasteten Lebensmitteln, so dass je nach Belastung mit nur einem Stück Mohngebäck schon 40 Prozent der zulässigen Tagesdosis aufgenommen werden können.
Geachtet werden sollte auf diese Belastung besonders dann, wenn man über längere Zeiträume isolierte Ballaststoffe als Nahrungsergänzung seinem Joghurt, Quark oder Müsli zugibt. Ballaststoffträger wie Leinsamen und Sonnenblumenkerne sind zum Teil stark mit Cadmium belastet, so dass allein durch diese Nahrungsergänzung schon ein Großteil der zumutbaren Cadmiumdosis von 0,06 mg/kg Lebensmittel und Tag aufgenommen wird.

Weil Cadmium sich in den Nieren ablagert und so aus dem Körper sehr langsam ausgeschieden wird, ist die Höchstdosis für dieses Schwermetall besonders niedrig angesetzt. Die hohen Cadmiumgehalte in Leinsamen führten im November 1987 zur Festlegung eines Cadmiumrichtwertes von 0,3 mg/kg. Spätere Untersuchungen ergaben auch danach häufig Befunde oberhalb des Richtwertes. Eine Untersuchung von 1990 ergab bei 60 Prozent von 28 Leinsamenproben Cadmiumgehalte, die über dem Richtwert lagen.

Etwas bessere Ergebnisse ergaben Sesamproben mit Cadmiumwerten zwischen 0,014 und 0,169 mg/kg Frischgewicht. Nach wie vor sind auch Sonnenblumenkerne mit Vorsicht zu genießen. Nur eine von 23 untersuchten Sonnenblumenkernproben wies mit 0,264 mg/kg einen relativ geringen Gehalt auf. 17 Prozent der Proben hatten Konzentrationen, die über dem 2fachen des Cadmiumrichtwertes lagen.

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