Umwelt und Klimawirkungen

Der ökologische Landbau schützt die heimische Flora und Fauna und schafft so vielfältige Kulturlandschaften. Die Schonung der Ressourcen ist ein wichtiges Kennzeichen des Bioanbaus: In einem langjährigen Praxisvergleich konnten im Ökolandbau rund 50 Prozent der Dünger und Energie und fast alle flanzenschutzmittel (97 %) im Vergleich zum konventionellen Anbau eingespart werden (Mäder et al. 2002).

Der Ökolandbau sichert und schafft in ländlichen Regionen Arbeitsplätze und bietet Menschen mit Behinderung eine Chance auf Beschäftigung. In der Biobranche sind schätzungsweise 170.000 Menschen beschäftigt.

Klimaveränderung durch den Treibhauseffekt ist ein weltweites Umweltproblem, welches aufgrund der veränderten Temperatur und Niederschlagsverhältnisse auch die Landwirtschaft vor große Herausforderungen stellen wird. Die wichtigsten zum Treibhauseffekt beitragenden Gase sind Kohlendioxid und Methan. Die Landwirtschaft trägt weltweit mit ca. 15 % zu diesen Emissionen bei. Die CO2-Emissionen sind vor allem auf den Einsatz von mineralischen Düngemitteln und synthetischen Pflanzenschutzmitteln, deren Produktion einen hohen CO2-Verbrauch mit sich bringt, zurückzuführen. Daher sind die CO2-Emissionen des ökologischen Ackerbaus deutlich geringer. Bezogen auf den Hektar eingesetzter Fläche liegen sie um 40-60 % niedriger als im konventionellen Ackerbau; bezogen auf den Ertrag um 20-50 %. N2O (Lachgas)-Emissionen sind die Folge von Denitrifikation im Boden. Zu hohen Emissionen kommt es, wenn das flächenbezogene Stickstoffsaldo groß ist, beispielsweise durch mineralische Stickstoffdünger, die im Öko-Landbau nicht eingesetzt werden.

CH4-Emissionen sind vor allem auf die Pansenaktivität und Exkremente von Wiederkäuern zurückzuführen. Eine rohfaserarme Fütterung, ein hoher Viehbesatz oder Aufstallungsformen mit Gülleproduktion erhöhen die Methanemissionen. Daher sind im Öko-Landbau, verglichen mit der konventionellen Wirtschaftsweise, verringerte CH4-Emissionen zu erwarten.
Da Öko-Betriebe keine synthetischen Pestizide einsetzen, geht von ihnen keine durch Ausgasen und Verdampfen der Mittel ausgelöste Belastung der Atmosphäre aus.

Die Landwirtschaft nutzt Primärenergie bei nahezu allen Arbeitsgängen. Direkt verbraucht sie beispielsweise Treibstoff bei Feldarbeiten. Indirekt verbraucht sie Energie bei der Erzeugung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln, ihrem Transport und dem Gebrauch von Investitionsgütern wie Gebäuden. Die Produktionsweise des Öko-Landbaus stützt sich in weit geringerem Maß auf die Inanspruchnahme nicht erneuerbarer Ressourcen. Da Bio-Bauern auf die Nutzung von mineralischen Düngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichten, verbrauchen sie je nach Kulturart flächenbezogen 20 bis 60 % und ertragsbezogen zwischen 20 und 40 % weniger Energie.

 

Stand: Januar 2011

 

Literatur

BÖLW 2010: Zahlen, Daten, Fakten: Die Bio-Branche 2010, Berlin im Februar 2010

BÖLW: Nachgefragt: 28 Antworten zum Stand des Wissens rund um Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel, Berlin Juli 2009

EWG-VO Nr. 2092/91 des Rates über den ökologischen Landbau u. die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse u. Lebensmittel vom 24.6.1991

Manuel Schneider: Mythen der Landwirtschaft – Fakten gegen Vorurteile, Irrtümer und Unwissen – Argumente für eine ökologische Agrarkultur; Verlag Stiftung Ökologie & Landbau, Bad Dürkheim, 2000

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