Resistenz gegen Totalherbizide

Mit Hilfe gentechnischer Methoden können Pflanzen so verändert werden, dass sie die Behandlung mit so genannten Totalherbiziden unbeschadet überstehen. Diese neuen Unkrautbekämpfungsmittel mit so klangvollen Namen wie Basta oder Round Up können im Unterschied zu den bisherigen Herbiziden jegliche Vegetation abtöten. Zudem sollen sie nach Angaben der Hersteller die Eigenschaft haben, weniger schädigende Wirkungen in der Umwelt zu entfalten als die bisher verwandten Mittel.

Durch die Kombination und enge Kopplung von resistentem Saatgut und Totalherbizid will man mit geringeren Mengen dieser Chemikalien auskommen als derzeit, da die Landwirte nun diese neuen Herbizide gezielter, nämlich zum Zeitpunkt des Auftretens von unerwünschten Beikräutern, einsetzen können. Ob sich tatsächlich eine Reduzierung der Herbizidanwendungen in der Praxis erreichen lässt, muss bezweifelt werden, da die anzuwendende Herbizidmenge mit dem Wachstum der Pflanze steigt. Außerdem scheinen diese neuen Unkrautbekämpfungsmittel toxikologisch nicht so harmlos zu sein, wie vielfach behauptet wird.

Untersuchungen des Instituts für biochemische Pflanzenpathologie in Neuenherberg bei München zufolge können sich nach Anwendung des Herbizids Round Up toxische Folgeprodukte in der Pflanze bilden. Hinzu kommt das Risiko, dass durch die großflächige Behandlung mit breitenwirksamen Totalherbiziden zunehmend Ackerwildkräuter völlig verdrängt werden, wodurch ihre Ausrottung beschleunigt würde. Ferner ist nicht auszuschließen, dass die Resistenzeigenschaften bei Freisetzung der Pflanzen in die Umwelt auf verwandte Wild- und Kulturpflanzen oder auch auf Bodenmikroorganismen übertragen werden.

 

Freisetzungsversuche genmanipulierter Gemüsesorten (weltweit, 1986 – 1992)

Gemüsesorte Ziel der gentechnischen Anwendung
Herbizid-resistenz Krankheits-resistenz Virus-resistenz Insekten-resistenz Inhalts- und Nährstoffe Männliche Sterilität
Kartoffel 14 19 46 29 17
Mais 42 1 8 13 3 5
Raps 242 2 2 1 21 27
Sojabohne 35 1 3
Tomate 18 5 14 13 19
Zuckerrübe 21 8

Quelle: OECD 1993

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