Gesundheitsrisiken

Immer noch nicht vollständig geklärt sind die Zusammenhänge zwischen Süßstoffen und der Erhöhung der Nahrungsaufnahme sowie dem Anstieg des Körpergewichts. Nachfolgend sollen die Ergebnisse einiger Forschungen genannt werden:

Eine Studie mit 17000 Frauen zeigte, dass die Verwendung von energiefreien Süßstoffen nicht zu einer Reduktion des Körpergewichts führte. In einer weiteren Untersuchung mit Aspartam, Saccharin und Acesulfam wurde 1988 nachgewiesen, dass das Hungergefühl bei der Aufnahme von Süßstoffen ansteigt. Eine Erhöhung der Nahrungsaufnahme konnte allerdings nicht festgestellt werden.
In einem Experiment wurde Aspartam in Form von Kapseln verabreicht, so dass kein Süßgeschmack wahrgenommen werden konnte. Bei der Gabe der Süßstoffkapseln kam es zu einer Appetithemmung. Auch bei gesüßtem Aspartamwasser trat keine Veränderung der Nahrungsaufnahme ein. Die Ergebnisse wurden dahingehend interpretiert, dass sich der hemmende Effekt des Wirkstoffs und der stimulierende Effekt des süßen Geschmacks gegenseitig aufheben. 
Nach einer kritischen Zusammenfassung im Fachblatt American Journal of Clinical Nutrition konnte nach dem Ergebnisstand von 1991 nur bei einer Studie aufgezeigt werden, dass die Nahrungsaufnahme nach der Verabreichung von Saccharin angestiegen war. Bei der Aufnahme von Aspartam wurden keine Veränderung der Nahrungsaufnahme registriert.
In einer 1992 durchgeführten Untersuchung wurde Aspartam einmal in Tablettenform und einmal als Süßstoff in

Mineralwasser gegeben. Hierbei zeigte sich, dass die Form der Süßstoffaufnahme eine Rolle spielen kann: Mineralwasser (560 Milliliter) mit und ohne Aspartam zeigte die gleiche appetitunterdrückende Wirkung.
Wurde dagegen die gleiche Menge Aspartam in Form von Gelatinekapseln verabreicht, war eine appetitreduzierende Wirkung nicht vorhanden.

Langzeitstudien über Süßstoffe sind immer noch »Mangelware«, während die vielen Kurzzeitstudien häufig keine eindeutige Aussage zulassen. Folglich geistern völlig widersprüchliche Ergebnisse durch die Presse. Kritiker der Süßstoffanwendung argumentieren mit dem so genannten Insulinreflex, der durch den süßen Geschmack auf den Rezeptoren der Zunge ausgelöst wird, wodurch der Körper schließlich Insulin ausschütte. Das Insulin senkt den Blutzuckerspiegel und löst damit ein Hungergefühl aus. 1993 wurde in Bonn eine deutsche Studie des Ernährungsmediziners Schmidt präsentiert. Seine Ergebnisse belegen, dass die Annahme, Süßstoffe würden aufgrund eines Insulinreflexes den Appetit anregen und zu erhöhter Nahrungsaufnahme führen, nicht begründet ist.

»Wer statt Zucker Süßstoff wählt und die eingesparten Kalorien nicht wieder durch doppelte Essensportionen wettmacht, der behält sein Gewicht unter Kontrolle und kann sogar auf gesunde Weise abnehmen, niemals aber dick werden«, so Schmidt.
Tatsache ist jedoch, dass durch die Verwendung von kalorienfreien Süßstoffen ein falsches Gefühl von Sicherheit entsteht, das zu einer unkontrollierten Nahrungsaufnahme führen kann. Menschen, die nicht aus medizinischen Gründen auf Süßstoffe angewiesen sind und »nur« Kalorien einsparen wollen, sollten sich auf eine bewusstere Ernährung und mehr Bewegung konzentrieren und den Verzehr von Süßigkeiten oder anderen »Kalorienbomben« einschränken.

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