Unser täglich Blei . . .

Blei und Cadmium sind die bedeutendsten Kontaminanten bei Getreide. In der EG Nr. 466/2001 Verordnung zur Festsetzung der Höchstgehalte bestimmter Kontaminanten in Lebensmitteln ist für Getreide ein zulässiger Höchstwert von 0,2 mg/kg Blei und von 0,1 mg/kg Cadmium vorgeschrieben.

Blei gelangt meist mit Staub und Regen auf das Getreidekorn und lagert sich hauptsächlich in den Randschichten ab. Cadmium wird überwiegend durch die Pflanzenwurzeln aus dem Boden aufgenommen und kann sich im gesamten Korn anreichern. Hier entscheidet also eher der Standort der Ackerfläche und weniger die Anbaumethode über den Gehalt im Getreide. Kritisch muss die Klärschlammdüngung gesehen werden, durch die relativ große Mengen Cadmium ins Getreide gelangen können. Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Klärschlamm verboten, auch im konventionellen Landbau wird zunehmend auf seine Verwendung verzichtet. In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Messergebnisse der Cadmiumgehalte in Getreide kaum verändert. Die Bleibelastungen haben seit der Einführung von bleifreiem Benzin stark abgenommen.

Die Messergebnisse für Blei in Weizenproben zeigen keine Überschreitungen des Richtwerts, während beim Roggen vereinzelte Proben mit bis zu 0,7 mg/kg auch oberhalb des Richtwerts liegen. Beim Cadmiumgehalt ist der Unterschied zwischen Weizen und Roggen ausgeprägter, da Weizen erheblich mehr Cadmium speichert.  Hier sind die Cadmiummengen drei- bis viermal so hoch wie im Roggen. Überschreitungen des Richtwerts von mehr als 0,1 mg/kg wurden in den vergangen Jahren bei Untersuchungen westdeutscher Getreide festgestellt. Quecksilbergehalte konnten nicht nachgewiesen werden.

Trotz aller müllereitechnischen Bearbeitung können Rückstände von Blei und Cadmium im Brot enthalten sein. Wegen der Ablagerungen von Blei in den äußeren Randschichten (somit in der Kleie) sind Auszugsmehle geringer belastet als Vollkornmehle. Aufgrund dieser Tatsache aber helle Mehle und Brote den Vollkornprodukten vorzuziehen, ist nicht zu empfehlen, da die Vorteile hinsichtlich der wertvollen Bestandteile des gesamten Korns überwiegen.

Beim Reis sind besonders die ungeschliffenen Sorten mit Schwermetallen belastet. In Naturreisproben werden häufig erhöhte Arsen- und Cadmiumgehalte gefunden. Laut des Lebensmittelmonitoringberichts 2005 war Blei nur in 25 Prozent der Proben zu finden, während fast alle Proben mit Arsen und Cadmium belastet waren. In einem Fall wurde sogar der zulässige Höchstwert von 0,2 mg / kg Cadmium überschritten. Die Arsen- und Cadmiumgehalte in Reis sollten weiterhin beobachtet werden, da eine langfristige Einhaltung der Maximalwerte nicht gesichert ist.

Da Reis in Deutschland vergleichsweise selten verzehrt wird, ist hier der Anteil der Schwermetallaufnahme durch Reis sehr gering. In den Staaten Südostasiens hingegen ist Reis ein tägliches Grundnahrungsmittel. Hier wird die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegte Toleranzgrenze für Cadmium oft überschritten. Beim täglichen Verzehr von überdurchschnittlich belastetem Reis können häufiger Nierenschäden auftreten. Hauptursache für die Schwermetallbelastung von Reis ist verunreinigtes Flusswasser, das zur Bewässerung der Reisfelder verwendet wird.

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