Spirituosen

Spirituosen sind aufgrund ihres hohen Alkoholgehaltes (genauer: Ethanol) keine Nahrungsmittel, sondern gehören zu den Genussmitteln. Einer Umfrage zufolge werden sie nur von einer Minderheit mit gewisser Regelmäßigkeit konsumiert.

3,7 Prozent der Befragten gaben an, an drei bis fünf Tagen in der Woche Spirituosen gelegentlich zu trinken; an mehr als fünf Tagen trinken nur 2,3 Prozent der Befragten Hochprozentiges. In Europa ist von 1980 bis 1990 der Spirituosenverbrauch pro Bürger um etwa 15 Prozent auf etwas unter zehn Liter pro Kopf gesunken. Der jährliche Spirituosenkonsum der Bundesbürger lag 1993 bei etwa 7,3 Litern, in den neuen Bundesländern über 12 Litern, das entspricht nicht einmal einem Gläschen am Tag.

Dieser Durchschnittswert ist jedoch wenig aussagekräftig, denn angesichts der geringen Anzahl von Schnapstrinkern ist deren täglicher Konsum weitaus höher einzuschätzen. Alkohol, wenn man Bier und Wein dazuzählt, ist die Droge Nummer eins in den Industriestaaten; für etwa 70 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung gehört sie zum täglichen Leben.

Spirituosen ist der Sammelbegriff für eine Vielzahl stark alkoholhaltiger Getränke, die in folgende Warengruppen unterteilt werden:

  • Brände sind Spirituosen, die durch Vergären und anschließendes Destillieren eines oder mehrerer Rohstoffe entstehen; beispielsweise Rum, Whisky, Korn, Weinbrand oder Obstbrand.
  • Geiste sind Auszüge aus zuckerarmen Beerenfrüchten (Himbeeren) in Alkohol, die anschließend zu Spirituosen (Himbeergeist) destilliert werden.
  • Aromatisierte Spirituosen stellt man durch Aromatisierung von Neutralalkohol mit anderen Rohstoffen (wie etwa Kümmel) her.
    Für Liköre ist im Unterschied zu anderen Spirituosen ein hoher Zuckergehalt vorgeschrieben. Daneben enthalten Liköre Neutralalkohol und geschmacksgebende Rohstoffe wie Pflanzenauszüge, Kräuter, Fruchtsäfte oder Sahne.

Für viele Spirituosensorten ist ein Mindestalkoholgehalt vorgeschrieben, zum Beispiel 14 Prozent bei Eierlikör, 32 Prozent bei Korn, 38 Prozent bei Rum und 43 Prozent bei Whisky.

Für die Spirituosenherstellung ist die Verwendung von synthetisch produziertem Alkohol verboten. Sie werden daher durch Destillation von Maischen (vergärbare Hopfen-, Weizen -, Obstwassergemische) mit einem Alkoholgehalt von 6 bis 10 Volumenprozent gewonnen. Der in den Maischen enthaltene Alkohol entsteht durch die Zuckervergärung, die bei einer bestimmten Alkoholkonzentration von selbst zum Stillstand kommt.

Bei dieser Gärung entstehen neben Alkohol eine Reihe anderer Stoffe wie Aldehyde, Säuren, ätherische Öle und höhere Alkohole (Fuselöle); einige dieser Substanzen sind vermutlich für das Auftreten des »Katers« verantwortlich. Insbesondere das zu Beginn und Ende der Destillation anfallende leichtflüchtige Stoffgemisch eignet sich aufgrund seines hohen Gehaltes an Fuselölen (etwa 100 bis 500 Milliliter je 100 Liter Alkohol) nicht zum Genuß und muss abgetrennt werden.

Seiten zum Kapitel Spirituosen:
Grundwissen: Geschichte, Warenkunde, Rohstoffe und Verarbeitung
Alkohol im menschlichen Körper
Chronifizierungen bei Alkoholismus

Schad- und Zusatzstoffe: Verunreinigungen
Schad- und Zusatzstoffe: Verunreinigungen
Alkohol in Heil- und Stärkungsmitteln

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