Pestizideinsatz in der Bananenkultur

Bananen als Lebensmittel sind in Europa erst seit der Jahrhundertwende bekannt, in Deutschland wurden sie erstmals 1892 von den Kanarischen Inseln eingeführt. Heute ist die Banane, nach dem Apfel, das beliebteste Obst in Deutschland. 2015/16 konsumierte im Schnitt jeder Deutsche 11,7 kg Bananen.[1]

Die Banane ist eine schnellwüchsige Staude, die häufig in Monokulturen angebaut wird. Zum Schutz gegen Insekten und die festen Blätter der Pflanze werden die Stauden in Plastiktüten gehüllt und von innen mit diversen Pestiziden, besonders häufig Imazalil und Bifenthrin besprüht.[2] Auch die hochgiftigen Substanzen Paraquat und Terbufos, deren Gebrauch in der EU verboten ist, gehören zu den verwendeten Pestiziden.[3] Nach einer Wachstumsphase von zwölf Wochen sind die Bananen erntereif. Die Stauden werden abgeschnitten, wobei der milchige Saft der Pflanze austritt. Anschließend werden die Plastikhüllen entfernt und meist offen in der Landschaft gelagert oder gar in die Flüsse geworfen, wodurch die umliegende Natur erheblich belastet wird. Umliegende Flüsse und das Grundwasser werden verunreinigt und die dort lebenden Fische kontaminiert. (vgl. Fußnote 2; 3)Die Bananenstaude wird zerhackt und als Dünger für die nächste Generation von Bananen verwendet. Die noch grüne Frucht ist äußerst anfällig für gefräßige Raupen und Pilzkrankheiten, die braune Schalen verursachen. Diesen Problemen begegnet man mit weiteren Pestiziden und Fungiziden.

Neben der Belastung für die Umwelt, sind auch die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen ein Problem. Da die Plantagenarbeiter keine Schutzkleidung erhalten, sind sie den giftigen Chemikalien schutzlos ausgesetzt. Die Folgen der hohen Belastung sind unter anderem Erkrankungen der Atemwege, erhöhtes Krebsrisiko und Missbildungen bei Kindern. Durch die unfaire Bezahlung der Arbeiter können sich die wenigsten einen Besuch beim Arzt leisten.[4]

2018 hat der Pestizidreport Nordrhein-Westfalen 21 Bananenproben auf Pestizide untersucht. In 16 Proben wurden Pestizide nachgewiesen und in 15 sogar Mehrfachrückstände. Die am häufigsten nachgewiesenen Pestizide waren Imazalil und Thiabendazol. Das bedeutet, dass lediglich 24% der Proben nicht belastet waren. Trotz des hohen Anteils an belasteten Proben, hat keine die zulässigen Höchstmengen überschritten.[5]

Öko-Test untersuchte Ende 2017 22 verschiedene Bananen und kam zu dem Ergebnis, dass nur „BanaFair-Bananen“ und alle Bio-Bananen mit einem Fairtrade-Siegel empfehlenswert sind. Alle konventionell angebauten Bananen fielen durch. Man sollte sich nach dem Schälen dieser Produkte unbedingt die Hände waschen.[6]

 

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/328764/umfrage/pro-kopf-konsum-von-bananen-in-deutschland/

[2] http://www.tis-gdv.de/tis/tagungen/svt/svt10/frans/inhalt.htm

[3] https://kurier.at/wissen/ecuador-das-miese-geschaeft-mit-den-bananen/226.644.329

[4] http://www.oeko-fair.de/clever-konsumieren/essen-trinken/bananen/anbau-und-verarbeitung/konventioneller-anbau/situation-der-arbeiter-und-bauern/situation-der-arbeiter-und-bauern2

[5] http://www.ilm.nrw.de/pestrep/pdf/p2018_290502.pdf

[6] https://utopia.de/bananen-oeko-test-74284/

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