Methoden zur „Funktionalisierung“ von Lebensmitteln

Um eine „Funktionalisierung“ von Lebensmitteln zu erreichen, stehen fünf Methoden zur Verfügung:

  • Entfernung eines unerwünschten gesundheitlichschädlichen Lebensmittelbestandteils (z.B. allergene Eiweiße, Laktose bei Produkten für Milchallergiker),
  • Erhöhung der Konzentration eines natürlichen Lebensmittelbestandteiles (z.B. von Mikronährstoffen, die über die täglich-empfohlene Zufuhr hinausgehen, aber mit den Ernährungsempfehlungen für die Gesundheitsvorsorge übereinstimmen),
  • Zusatz von Stoffen, die normalerweise in den meisten Lebensmitteln normalerweise nicht enthalten sind, für die aber ein gesundheitlicher Effekt erwartet wird (Prebiotika),
  • Austausch eines Lebensmittelbestandteils durch einen ernährungsphysiologisch positiver beurteilten Bestandteil (z.B. Fett durch Fettersatzstoff),
  • Verbesserung der Bioverfügbarkeit von gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen (z.B. durch Mikroverkapselung).

Teilweise können zur Herstellung von F. auch gentechnische Methoden (Pflanzenzüchtung mit neuen bzw. veränderten Inhaltsstoffen) eingesetzt werden. F. zielen v.a. auf folgende physiologische Funktionen des menschlichen Körpers: Wachstum, Stoffwechsel von Makronährstoffen (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate), Abwehr reaktiver Oxidantien (Radikale), Herz-Kreislauf-System, Physiologie des Magen-Darm-Traktes sowie auf Verhalten und Stimmung einschließlich geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit. Bisher liegen jedoch nur wenige wissenschaftliche Informationen vor, so dass zu den Wirkungen, aber auch möglichen Nebenwirkungen, von F. in den nächsten Jahren ein hoher Forschungsbedarf besteht.

Die positiven, gesundheitsfördernden Wirkungen von funktionellen Lebensmitteln werden von der Lebensmittelindustrie in den Vordergrund gestellt. Dabei wird bewusst verschwiegen, dass in vielen Fällen ein wissenschaftlicher Beweis für den gesundheitlichen Nutzen der neuen Produkte fehlt. Eine vielseitige, ausgewogene Ernährung ist daher einer Ernährung mit F. vorzuziehen. Kritiker sehen im F.-Ansatz den „Türöffner“ der Gentechnik im Lebensmittelbereich; die Lebensmittelindustrie erhofft sich dagegen Umsatzsteigerungen, da gesundheitliche Vorteile mit der Vermarktung und Bewerbung von Lebensmitteln verknüpft werden können.

Stand: Dezember 2010

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