Kleines Bierlexikon

Ale

Eine helle, obergärige englische Biersorte, die einen Alkoholgehalt zwischen vier und sechs Volumenprozent hat. »Mild Ale« ist weniger, »Pale Ale« ist stärker gehopft.

Alkoholfreie Biere

Eigentlich müsste dieser Biertyp die Bezeichnung »entalkoholisiert« tragen, denn meist werden diese Biere zunächst ähnlich wie alkoholische Sorten gebraut. Der Alkoholgehalt des so hergestellten Rohbieres (drei bis fünf Volumenprozent) wird dann anschließend bis auf einen technisch bedingten Restalkoholgehalt von etwa 0,5 Volumenprozent abgesenkt. Für die Entalkoholisierung werden in den Brauereien verschiedene Techniken eingesetzt: Membranfiltration, Umkehrosmose und Vakuumdestillation. Alternativen, um den Alkoholgehalt des Bieres niedrig zu halten: Die Verwendung von speziellen Brauhefestämmen, die vorzeitige Unterbrechung der Gärung oder die Senkung des Stammwürzegehaltes. Da ein niedrigerer Stammwürzegehalt aber auf Kosten des Geschmacks geht, wird inzwischen versucht, mit höheren Stammwürzegehalten am Ende ein geschmacklich verbessertes »Alkoholfreies« zu erhalten.

Altbiere

Diese Biere sind eine rheinländische Spezialität. Es sind obergärige, dunkle Vollbiere mit kräftigem, hopfenbitterem Geschmack. Der Stammwürzegehalt liegt in der Regel bei zwölf Prozent.

Berliner Weiße

Dieses schwach säuerlich schmeckende, leicht prickelnde Schankbier wird durch eine Mischgärung von Hefen mit Milchsäurebakterien unter Verwendung von Gersten- und Weizenmalz gebraut. Berliner Weiße wird häufig in Flaschengärung hergestellt und vorwiegend »mit Schuss«, das heißt mit Waldmeister- oder Himbeersirup, getrunken.

Biergattungen

Eingeteilt werden die Biere nach ihrem Stammwürzegehalt (in Prozent) gemäß dem deutschen Biersteuergesetz. Man unterscheidet Einfachbier (2 bis 5,5 Prozent Stammwürze), Schankbier (7 bis 8 Prozent Stammwürze), Vollbier (11 bis 14 Prozent Stammwürze) und Starkbier (mehr als 16 Prozent Stammwürze). Etwa 99 Prozent der in Deutschland produzierten Biere sind Vollbiere.

Brauwasser

Das Brauwasser prägt den Charakter eines Bieres und trägt entscheidend zu seiner Qualität bei. Mittelhartes Wasser eignet sich besonders für dunkle Biersorten, während für Biere nach Pilsener Art eher weiches bis sehr weiches Wasser günstig ist. Lagerbiere werden meist mit mineralienreichen Brauwässern hergestellt.

Zusammensetzung einiger Biersorten (in Prozent)

Biersorte Alkohol Stammwürze
Lager 3,3 – 3,8 11,0 – 12,0
Pils 3,5 – 4,0 11,4 – 12,5
Export 3,8 – 4,3 12,5 – 13,0
Doppelbock 6,0 – 6,5 18,0 – 19,0
Münchener Oktoberfestbier 4,0 – 4,5 13,5 – 14,0
Obergäriges Weizenbier 4,0 – 4,5 12,0 – 13,0
Porte Brown Ale 2,2 – 2,4 8,5 – 9,0

Exportbiere

Untergärige, helle Vollbiere mit einem Stammwürzegehalt von mindestens 12,5 Prozent. Diese Biere werden in der Regel schwächer gehopft, dadurch sind sie angenehm mildsüffig bei einem relativ hohen Alkoholgehalt.

Light- oder Leichtbiere

werden ähnlich wie normale Schankbiere gebraut und anschließend entweder teilweise oder fast vollständig entalkoholisiert. Biere mit einem Restalkoholgehalt von maximal 0,5 Prozent gelten als »alkoholfrei«, solche mit maximal 1,5 Prozent Alkohol dürfen als »alkoholarm« bezeichnet werden. Entsprechend ihres niedrigen Alkoholgehaltes haben sie wesentlich weniger Kalorien.

Märzen,

eine untergärige Biersorte, die schwach gehopft ist und etwa 13 Prozent Stammwürze hat. In der Regel wird Märzen nur zu besonderen Anlässen, als Festbier gebraut.

Malz

wird aus Gerste (teilweise auch aus Weizen) durch Trocknung und Erhitzung bis auf 85 °C hergestellt. Beim Mälzen wird die im Getreidekorn enthaltene Stärke von stärkespaltenden Enzymen (Amylasen) in einzelne Zuckerbausteine zerlegt und so für die Hefen vergärbar gemacht.

Malzbier

Echtes Malzbier ist ein schwach gehopftes, schwach vergorenes süßes Vollbier mit bis zu 1,5 Prozent Alkohol. Es ist jedoch im Gegensatz zum Malztrunk kaum verbreitet.

Malztrunk

Malztrunk, fälschlich auch als Malzbier bezeichnet, ist eigentlich kein Bier, da er nicht vergoren wird. Vielmehr ist er ein alkoholfreies, dunkles, malzig bis süß schmeckendes Getränk aus Wasser, Malz, Zucker und dem Farbstoff Zuckercouleur.

Öko-Biere

Seit einiger Zeit sind auch Öko-Biere erhältlich. Diese unterscheiden sich von den konventionellen Biertypen durch eine andere Rohstoffauswahl und eine weniger aufwendige Herstellungstechnik. Braugerste und Hopfen stammen aus ökologischem Anbau. Hopfen wird als Naturhopfen (Blütendolden) und in der Regel ungeschwefelt zugesetzt und nicht als Hopfenextrakt oder in Form von Pellets (gepresster Doldenhopfen). Teilweise wird auf die Schlussfiltration und Klärung verzichtet, so dass das Bier hefetrüb bleibt. Für Öko-Biere werden deutlich weniger technische Hilfsstoffe wie Klärungsmittel, Filtrationsbeschleuniger oder Schaumstabilisatoren verwendet.6 Öko-Biere werden ausschließlich in Pfandflaschen abgefüllt und sind meist teurer als konventionell gebraute Biere.

Pilsener Biere

Alle nach Pilsener Art gebrauten Biere sind dem Originalgetränk (dem Pilsener Urquell aus Pilsen) verpflichtet und tragen dessen Namen als Sortenbezeichnung. Es sind helle, untergärige Vollbiere mit stark betonter Hopfennote.

Stammwürzegehalt

Mit ihm wird der Gehalt an gelösten Stoffen (Extrakt) in der angegorenen Anstellwürze normalerweise in Gewichtsprozent angegeben. Der Stammwürzegehalt bestimmt den späteren Alkoholgehalt und Geschmack des Bieres.

Starkbiere

Ein Starkbier muss einen Stammwürzegehalt von mindestens 16 Prozent besitzen und wird dann »Bock« genannt. Ein »Doppelbock« ist noch stärker, hier liegt der Stammwürzegehalt über 18 Prozent. Starkbiere werden meist nur zu bestimmten Jahreszeiten gebraut. Eine Spezialität ist der »Eisbock«, dessen Stammwürzegehalt durch Ausfrieren auf 25 bis 28 Prozent konzentriert wird.

Weizenbier,

süddeutsch auch »Weißbier« genannt, ist obergärig, schwach gehopft, mildsauer, spritzig, hell bis dunkel. Es wird als Vollbier gebraut, das entweder mit Hefetrub (Hefeweizen) oder filtriert (Kristallweizen) auf den Markt kommt. Mindestens die Hälfte des verwendeten Malzes muss aus Weizen stammen.

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