Kakaoplantagen, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor tropischer Länder

Kakao wird auf Plantagen und in Pflanzungen in den äquatorialen Ländern angebaut. Die Kakaopflanze braucht gleichmäßige Wärme, hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit sowie einen schattigen Standort. Der immergrüne Kakaobaum trägt seine gelben oder roten Früchte direkt am Stamm. Sie sind 10 bis 25 Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von 7 bis 10 Zentimetern. Ein Kakaobaum liefert erst im fünften oder sechsten Jahr Früchte, seinen vollen Ertrag zwischen dem 20. und 30. Jahr, und nach 40 Jahren ist er erschöpft. Unter der fleischigen Außenschale liegen umhüllt vom Fruchtmus rund vierzig Samenkerne, die Kakaobohnen. Für das Aroma des Kakaos ist es wichtig, dass die Früchte im reifen, aber nicht überreifen Zustand geerntet werden. Bei drei- bis viermaliger Ernte liefert ein Baum etwa zwei Kilogramm Kakaobohnen pro Jahr.

Plantagenarbeiter schlagen die Früchte bei der Ernte behutsam vom Kakaobaum ab und spalten sie; Samen und Fruchtfleisch werden in Garkästen oder Körben stufenförmig angehäuft. Hier setzt nun der 2 bis 8 Tage dauernde Fermentationsprozess ein, wobei sich das Fruchtfleisch erwärmt, die enthaltenen Gärstoffe oxidieren und das feuchte Fruchtmus sich auflöst und abfließt. Bei der Fermentation vergärt der Fruchtzucker aus dem Fruchtmus zunächst zu Alkohol und danach zu Essigsäure; gleichzeitig verlieren die Kakaosamen ihre Keimfähigkeit. In 5 bis 10 Tagen ist die Fermentation abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt enthalten die Kakaobohnen rund 80 Prozent Wasser. Da dies zuviel für die Weiterverarbeitung ist, werden die inzwischen dunkel gewordenen Kakaobohnen unter der Sonne ausgiebig getrocknet. Am Ende erhält man den lager- und transportfähigen Rohkakao, der in Jutesäcke verpackt und per Schiff in die Konsumländer transportiert wird. Während des Transports sollten die Bohnen unter 15 °C gekühlt und die Luftfeuchtigkeit sollte unter 60 Prozent gehalten werden. Da man diese Bedingungen aufgrund technischer Gegebenheiten und aus Kostengründen nicht einhalten kann, werden die Kakaobohnen chemisch gegen Schimmel- und Schädlingsbefall behandelt und mit Methylbromid begast.

Über die Hälfte der Weltkakaoproduktion kommt aus Afrika, etwa ein Drittel aus Lateinamerika und der Rest aus Südostasien. Einige Länder Afrikas wie Ghana, die Elfenbeinküste und Togo sind wirtschaftlich ganz vom Kakaoexport abhängig, da sie mehr als die Hälfte ihrer Exporterlöse mit Kakao erzielen. Die Elfenbeinküste ist mit gut einem Drittel der Weltproduktion das größte Kakaoanbauland.

Viele Kleinbauern arbeiten heute mit ihren Kakaopflanzungen kaum noch kostendeckend, da der Weltmarktpreis für Kakao stark gesunken ist. So betrug er im Oktober 1992 gerade noch ein Viertel des Preises von Anfang 1985. Das internationale Kakaoabkommen, das eigentlich Preise und Produktion kontrollieren und stabilisieren sollte, war bereits 1988 faktisch zusammengebrochen. Die Mitgliedsländer waren ihre Beiträge zur Finanzierung eines Ausgleichslagers, das Überschussmengen vom Markt nehmen sollte, schuldig geblieben. Inzwischen hat sich die Lage am Kakaomarkt etwas entspannt, infolge der Tendenz, dass es sich in vielen Regionen nicht mehr lohnt, Kakao anzubauen. Die Ernten der Jahre 1992 und 1993 waren erstmals geringer als der Verbrauch. Erneut einigten sich die Erzeuger- und Verbraucherländer im Juli 1993 auf ein internationales Kakaoabkommen, das aber keine Vertragsstrafen bei Verstößen kennt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Erzeugerländer an die vereinbarten Produktionsmengen halten. Die Entscheidung der Europäischen Union, bei der Herstellung von Schokolade fünf Prozent der teuren Kakaobutter durch Pflanzenfett zu ersetzen, lässt jedoch Schlimmes für die Zukunft ahnen. Schon seit dem Sommer 1991 ist auch in Deutschland die Einfuhr von »Schokolade mit Fremdfett« aus Großbritannien, Irland und Dänemark erlaubt.

Heute werden weltweit rund 2,4 Millionen Tonnen Kakao geerntet, wovon etwa 250.000 Tonnen, also gut 10 Prozent der Weltproduktion, in Deutschland verbraucht werden. Allein mit Kakaopulver werden rund 370 Millionen DM Umsatz erzielt. Meist werden kakaohaltige Instantpulver angeboten, die neben stark entöltem Kakaopulver große Mengen Zucker enthalten. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Instantkakao liegt in Deutschland bei etwa 8 Kilogramm im Jahr.

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