Getreidebrei – aber erst ab dem sechsten Monat

Vollgetreideprodukte können nur langsam in die Ernährung des Säuglings eingeführt werden, da selbst nach sechs Monaten das Verdauungssystem des Säuglings noch nicht voll entwickelt ist. Gibt man zu früh Getreide, kann die mangelhafte Verdauung zu Gärprozessen mit Blähungen, Durchfall und Störungen der Darmschleimhaut führen.

Weiterhin kann die infektionsbedingte Darmerkrankung Zöliakie auftreten, wenn der Dünndarm mit dem in den meisten Getreiden enthaltenen allergenen Stoff Gluten in Berührung kommt. Im Falle einer Zöliakie hilft nur glutenfreie Kost und das heißt Verzicht auf Hafer, Roggen, Gerste und

Weizen (produkte), es sei denn, sie sind glutenfrei hergestellt. Auf keinen Fall dürfen vor dem 5. Lebensmonat glutenhaltige Getreide gefüttert werden, da eine mögliche Zöliakie, die meist ernster verläuft, in diesem Alter nur schwer erkannt werden kann.

Immer wieder werden verschiedene Empfehlungen gegeben, wann Säuglinge den ersten Getreide-Milch-Brei bekommen dürfen. Auch die Hersteller von Säuglingsnahrung haben sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, wann Getreide in die Kinderernährung eingeführt werden kann. Auf den Packungen und Gläschen heißt es mal »ab drittem Monat«, mal »ab sechstem Monat«. Auch die Wissenschaft ist sich nicht ganz einig: Während die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und die Europäische Gesellschaft für Pädiatrie und Ernährung (ESPGAN) Getreide ab dem fünften Monat befürworten, empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung Getreide nicht vor dem sechsten Lebensmonat.
Gibt man glutenhaltige Getreide nicht vor dem sechsten Monat, ist man wohl auf der sicheren Seite. Reis und Hirse, die kein Gluten enthalten, können unter Umständen auch schon früher gefüttert werden.

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