Freilandgemüse versus Treibhausgemüse

Da heimisches, im Freien angebautes Gemüse wegen des Überangebotes zu den saisonalen Erntezeiten keine hohen Preise erzielt, ist man in Deutschland, Holland und Belgien vielerorts zum ganzjährigen Unterglasanbau übergegangen.

Die Aufzucht von Kopfsalat im Treibhaus ist außerordentlich energieintensiv, und im Winter angebautes Gewächshausgemüse enthält mehr Nitrat als das entsprechende Freilandgemüse. Gemüse aus dem Freilandanbau weist eine höhere Trockenmasse auf als Gewächshauserzeugnisse, entsprechend größer ist damit die Menge an Nähr- und Aromastoffen. Die Bildung von Vitamin C und Zucker ist lichtabhängig; Produkte aus dem Gewächshaus haben also weniger dieser wertbestimmenden Inhaltsstoffe.

Optisch können aber die Gewächshauserzeugnisse den Anforderungen des Handelsklassensystems und den Verbraucherwünschen offensichtlich besser genügen als die der Witterung und Schädlingen ausgesetzte Freilandware. Durch die intensive Düngung reichern sich unter Gewächshausbedingungen den Boden belastende Salze an; diese müssen chemisch entfernt und ausgewaschen werden und können dadurch in das Grundwasser gelangen.

Dass das Gemüse aus den Niederlanden und einigen anderen Staaten inzwischen auf immer weniger Nachfrage stößt, haben auch die Händler und Importeure gemerkt. Umgehen lässt sich das Problem durch Irreführung. Umfangreiche Falschkennzeichnungen wurden durch die Überwachungsbehörden in Nordrhein-Westfalen festgestellt: Mohren, Porree, Zwiebeln und Tomaten aus anderen EU-Ländern hatte man einfach als Produkte deutscher Herkunft deklariert. Gegen elf Unternehmen wurden Ermittlungen eingeleitet.

 

Freisetzungsversuche in Deutschland (Stand: 1994)

Pflanze Freisetzungsort Versuchszeit Gene für oder gegen Versuchsphase
Zuckerrüben Wetze (Northeim, Niedersachen) 1993 – 1994 Virusresistenz (Rhizomania) und Herbizidresistenz (Basta) Versuch beendet

2. Versuchsdurchlauf; Versuchsaufbau z. T. zerstört

Zuckerrüben Oberviehhausen (Deggendorf, Bayern) 1993 – 1994 Virusresistenz (Rhizomania) und Herbizidresistenz (Basta) Versuchsfeld zerstört

evtl. Versuchswiederholung

Kartoffeln Wetze (Northeim, Niedersachen) 1993 – 1994 veränderte Stärkezusammensetzung Versuch beendet
Kartoffeln Wetze (Northeim, Niedersachen) 1993 – 1994 vergrößerte Knollen Versuch beendet
Mais Gut Roggenstein (Olching, Bayern) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Versuch läuft zur Zeit
Raps Gut Roggenstein (Olching, Bayern) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Genehmigung erteilt
Mais Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Versuch läuft zur Zeit
Raps Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Genehmigung erteilt
Mais Friemar (Thüringen) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Versuch läuft zur Zeit
Raps Friemar (Thüringen) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Genehmigung erteilt
Mais Gersten (Lingen, Niedersachsen) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Versuch läuft zur Zeit
Raps Gersten (Lingen, Niedersachsen) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Genehmigung erteilt
Mais Gersthofen (Augsburg, Bayern) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Versuch läuft zur Zeit
Raps Gersthofen (Augsburg, Bayern) 1994 – 1997 Basta-Resistenz Genehmigung erteilt
Kartoffeln Versuchsgelände des MPI, Köln 1994 Resistenz gegen den Rollblattvirus Versuch beendet

KWS = Kleinwanzlebener Saatzucht AG; IGF = Institut für Genbiologische Forschung, Berlin; TU München = Technische Universität München; AgrEvo = Anfang 1994 haben Hoechst und die Berliner Schering AG ihre Agrochemie-Sparten zur »AgrEvo GmbH« zusammengelegt; MPI = Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung Quelle: Genetischer Informationsdienst 1994

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