Fischbestände in Gefahr

Die Meere bedecken etwa siebzig Prozent der Erdoberfläche, die wir Menschen rücksichtslos belasten und kontinuierlich leerfischen. Die weltweite Überfischung hat nicht nur dramatische Auswirkungen für die Meere und ihre Bewohner, sondern ist auch ein großes Problem für viele Menschen, besonders in Entwicklungsländern. Es wird viel mehr Fisch gefangen, als auf natürliche Weise nachkommen kann. Die Fischschwärme erholen sich nur selten von der systematischen Überfischung. Seit 1950 ist die Menge des weltweit industriell gefangenen Fischs von 12,8 Millionen Tonnen auf 80 Millionen Tonnen jährlich seit der Jahrtausendwende gestiegen. Aufgrund dieser hohen Nachfrage sind die Bestände von großen Speise- und Raubfischen wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai um 90% zurückgegangen. Auch durch die Kaviarproduktion sind die Bestände von Stören extrem zurückgegangen. Jedoch gibt es heutzutage einige Möglichkeiten, Kaviar zu gewinnen ohne die Tiere dabei zu töten.

Die Hälfte aller Fischbestände ist laut Weltgesundheitsorganisation bis an die biologische Grenze abgefischt. Das UN-Umweltprogramm „Unep“ hat errechnet, dass bis spätestens 2050 weltweit keine kommerzielle Fischerei mehr möglich ist, wenn die Bestände nicht weiter geschont werden. Die Politik erkennt zunehmends das Ausmaß der langjährigen Überfischung, was in den letzten Jahren teilweise zu strengeren Schutzmaßnahmen der Meere und Fischbestände geführt hat. Positiv wirkt sich dies bereits in der Nordsee aus: Die Bestände von 18 Fischarten sind einer Studie des Hamburger Thünen-Institus nach wieder auf einem guten Niveau. Die Menge an jährlich gefangenen Fischen und der jeweiligen, nachkommenden Generation befinden sich im Gleichgewicht. Seelachs, Scholle und Hering zählen zu den Fischarten deren Bestände sich wieder erholt haben. Spätestens ab 2020 darf in allen EU-Fischereien nur noch so viel gefangen werden, dass sich eine Population wieder erholen kann. (planet wissen)

Zu der Überfischung hinzu kommt der weltweit extrem hohe „Beifang“ in der Fischerei. Unter Beifang versteht man alles, was nicht zur Zielfischart gehört und in den Netzen und Fallen hängenbleibt, unteranderem auch Plastikmüll. Etwa 300.000 Wale, Delfine und Tümmler ertrinken jährlich als ungewollter Beifang. Bei einigen Fischarten beläuft sich der Beifang auf ungefähr die Hälfte der Beute. Der Rest wird ins Meer zurück geworfen. Das alles überleben die meisten Fische nicht. Für europäische Fischer gibt es ein Gesetz, das besagt, dass gefangene Fische für die sie keine Fangerlaubnis haben, nicht an Land gebracht werden dürfen. Bis 2019 soll ein Rückwurfverbot in Kraft treten, welches europäischen Fischern erlaubt, alles an Land zu Bringen was gefangen wird. Dadurch dass in der Nord- und Ostsee Fischer marktfähigen Fisch über Bord schmissen, weil sie hofften größere und damit ertragreichere Fische mit einem erneuten Hol zu fangen, wurde ein sogenanntes „high-grading“-Verbot erlassen, welches rein ökonomische Verschwendung verbietet.

Ein weiteres großes Problem der Fischerei sind die zerstörerischen Fangmethoden in der industriellen Fischerei. Die teilweise kilometerlangen Netze werden über den Meeresboden gezogen und beschädigen diesen damit. Mit ihren schweren Metallketten zerschlagen sie nicht nur Muscheln und andere Schalentiere, sondern zerstören auch Korallenriffe und Seegraswiesen, die als Lebensraum für viele Organismen dienen. (planet wissen)

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