Fisch und Fischprodukte

Fisch

Die Meere bedecken etwa siebzig Prozent der Erdoberfläche. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Fischfang für die Küstenvölker von großer Bedeutung ist. Die Entdeckung der Trockeneisherstellung mit Hilfe von Ammoniak durch Karl von Linde im Jahre 1875 war für die Fischverarbeitung ein entscheidender technischer Fortschritt.

Die erste deutsche Fischauktion fand 1886 statt. Mit der Einführung von Scherbrettern wurden die bis dahin üblichen Baumnetze ersetzt, wodurch die Fischfänge erheblich an Umfang gewannen. 1925 wurde der erste Fischtrawler in Dienst gestellt, fünf Jahre später wurde das Echolot entwickelt, dessen Einsatz einen gezielten Fischfang ermöglicht. Das erste Tiefkühlfabrikschiff, die »Weser«, lief 1940 vom Stapel.

Fischanlandungen in Deutschland

Fischanlandungen in Deutschland

Quelle: Deutsche See 1991

Heute werden die gefangenen Fische direkt nach dem Fang auf Fabrikschiffen ausgenommen, filetiert, enthäutet und anschließend einzeln oder im Block gefroren. Mit dem Einsatz von Tiefkühltrawlern begann der entscheidene Strukturwandel der Hochseefischerei, da es mit diesen Schiffen möglich ist, ganzjährig auf allen Weltmeeren zu fangen, solange es noch große Schwärme gibt. Politische Entwicklungen und die Seerechtskonferenzen hatten gravierende Auswirkungen für die Hochseefischerei.

Die Wirtschaftszonen für die Fischerei wurden Mitte der siebziger Jahre auf 200 Seemeilen ausgedehnt, was für die deutschen Fischfänger einen großen Verlust traditioneller Fischfanggründe bedeutete. In den folgenden Jahren reduzierte sich die deutsche Hochseeflotte drastisch, so dass 1975 noch rund 80 Fischereischiffe unter deutscher Flagge für den Fischfang fuhren. 1990 waren es gar nur noch 15 Hochseefänger.

Der weltweite Fischhandel hat wirtschaftlich große Bedeutung. Während in den Entwicklungsländern die Herstellung von getrocknetem und gesalzenem Fisch vorherrscht, wird er in den Industriestaaten hauptsächlich tiefgefroren und zu Konserven verarbeitet. Der durchschnittliche Fischverzehr der Deutschen betrug 1991 etwa 14 Kilogramm pro Person und Jahr (12,9 kg Seefisch; 1,3 kg Süßwasserfisch). Während in Norddeutschland rund 30 Kilogramm Fisch verzehrt werden, sind es in Süddeutschland lediglich 4 bis 5 Kilogramm. Dorsche sind in unseren Fischereigebieten weit verbreitet und haben mit fast zwanzig Prozent einen bedeutenden Anteil am Gesamtfischverzehr in Deutschland.

Seiten zum Kapitel Fisch und Fischprodukte:
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