Fangmethoden

  • Pelagisches Schleppnetze

Das pelagische Schleppnetz ist neben dem Grundschleppnetz, die wichtigste Fangmethode in der Hochseefischerei. Die Befischung der Freiwasserzone (Pelagial) wurde erst durch diese Art der Schleppnetze möglich. Die Netze werden von einem oder mehreren Schiffe gezogen und die Zielfischarten sind Schwarmfische wie Sprotte, Makrele und Hering. Die Netze können bis zu 1,5 km lang und ihre Öffnung bis zu 23.000 Quadratmeter groß sein, was einer Fläche von fünf Fußballfeldern entspricht. Eins dieser Netze kann bis zu 500 Tonnen Fisch einfangen, einschließlich riesiger Mengen an Beifang. Durch die gigantische Größe des Netzes, werden auch zahlreiche Delfinarten und sogar Pilotwale gefangen.

  • Grundschleppnetz

Grundschleppnetze sind rund 200 Meter lang, unterscheiden sich aber sonst in der Form fast nicht von pelagischen Schleppnetzen. Gewichte halten die Netze am Meeresboden und sogenannte Scherbretter spreizen das Netz und verstärken die Netzöffnung. Am Netz angebrachte Metallkugeln und Ketten scheuchen die am Grund lebenden Fische und Garnelen auf. Zielfischarten sind am Grund lebende Fische wie Kabeljau, Seehecht, Garnelen und Plattfische wie Seezunge und Scholle. Der Meeresboden leidet kolossal unter diesen Netzen und ganze Korallenriffe werden hierbei zerstört.

  • Baumkurre

Die Baumkurre ist eine Art des Grundschleppnetzes bei dem die Netzöffnung durch eine Querstange offen gehalten wird. Es gleitet auf sogenannten Schlitten über den Meeresboden und die an der Netzunterseite angebrachten Eisenketten pflügen durch den Boden, um so am Grund lebende Fische aufzuscheuchen. Beim Einsatz dieser Netzart, werden nicht nur die Zielarten wie Nordseegarnelen und Plattfische gefangen, sondern alle am Grund lebenden Organismen werden eingesammelt und abgetötet. Die Baumkurrenfischerei soll schätzungsweise für die Hälfte des gesamten Beifangs in der Nordsee verantwortlich sein.

  • Dredge

Mit Dredgen sollen Muscheln und andere Schalentiere gefangen werden. Eine Dredge ist einer Baumkurre sehr ähnlich. Der große Unterschied ist, dass hydraulische Dredgen Wasser in den Meeresboden schießen um ihn aufzuwirbeln. Meeresgründe erholen sich oft nicht von der Befischung durch Dredgen.

  • Treibnetz

Treibnetze sind oft kilometerlange, unverankerte Netze, die durch das offene Meer treiben. Zielfischarten sind Meeresfische wie Lachs, Schellfisch, Sardinen und Heringe aber auch Süßwasserfische wie z.B. Zander. Aufgrund der extrem hohen Mengen an Beifang, zu dem auch große Walarten zählen, werden sie auch „Wände des Todes“ genannt. 1993 trat ein weltweites Verbot für Treibnetzfischerei in Kraft, doch die EU errung eine Ausnahmeregelung, die besagte, dass weiterhin mit Treibnetzen bis zu 2,5 km Länge gefischt werden darf. Erst 2002 trat das EU-Verbot in Kraft, mit Ausnahme der Ostsee. Trotzdem wird bis heute weltweit illegal mit Treibnetzen gefischt.

  • Stellnetz

Stellnetze sind bis zu 15 Meter Hohe und 15 Km lange, fest im Boden verankerte Netze, deren obere Kanten mit Bojen versehen sind. Vor allem werden diese Netze in der Küstenfischerei verwendet, wo sie eine große Gefahr für Kleinwale und Seevögel sind. Da die Netze so dünn sind, können die Wale die Netze mit ihrem Echolot nicht orten und verfangen sich in großen Mengen in den Netzen und ersticken. Dadurch, dass die Netze eine lange Standzeithaben, leiden gefangene Fische und andere Tiere sehr oft unnötig lang.

  • Ringwaden

Ringwaden sind Netze, die ringförmig um einen Fischschwarm ausgelegt werden. Sie können bis zu 2 Km lang und 200 Meter hoch sein. Ringwaden sind die am meisten eingesetzten Netze für Thunfisch (Skipjack).Da im Ostpazifik Delfine ein Anzeichen für Thunfischschwärme sind, wurden jahrzehntelang Delfine aufgespürt und mit Ringwaden eingekreist umso die unter den Delfinen schwimmenden Thunfische zu fangen. Dadurch wurden bis in die 1990er Jahre hinein circa 7 Millionen Delfine getötet. Heutzutage konnte der Beifang auf ein Minimum reduziert werden, da die Fischer verpflichtet sind das Netz herabzusenken, um so die Delfine frei zu lassen.

  • Fischsammler

Künstliche auf der Meeresoberfläche treibende Plattformen werden Fischsammler oder FADs (engl. Fish aggregation devices) genannt. Die Zielfischart ist hauptsächlich Thunfisch, der instinktiv von den Plattformen angelockt wird. Aber auch andere Meeresbewohner wie Haie und Meeresschildkröten suchen Schutz im Schatten der FADs. Alle diese Tiere enden in den großen Ringwadennetzen, die rund um die Plattformen ausgelegt werden.

  • Langleine

Langleinen werden waagerecht zwischen Oberfläche und Meeresgrund ausgebracht und mit Bojen und Gewichten auf einer Stelle gehalten. Die Hauptleine kann bis zu 100 Kilometer lang sein und an ihr sind tausende Fischköder und Haken befestigt. Zielarten dieser Fangmethode sind Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und oft auch bestimmte Hai Arten. Thunfisch und Schwertfisch sind mit dieser Methode in nur wenigen Jahren stark überfischt worden. Oft verfangen sich aber auch andere Tiere in den Langleinen wie vom Aussterben bedrohte Seevögel und Meeresschildkröten.

  • Angeln

Unter diesem Begriff versteht man Fangmethoden bei denen kurze Leinen verwendet werden. Durch eine bedachte Nutzung von Ködern, kann man sehr gezielt die gewollten Fische aus dem Wasser holen, wodurch nur eventuelle Beifänge entstehen und somit das Ökosystem nur gering belastet wird. Die Angelform „Rute und Leine“, wird hauptsächlich für den Thunfischfang genutzt. Hierbei wird mit toten und lebenden Ködern geangelt und Wasser auf die Meeresoberfläche gesprüht um Fischschwärme anzulocken. Der gefangene Thunfisch wird lebendig und sortenrein an Deck geholt und Jungfische aussortiert und zurück ins Meer befördert. Das Angeln ist somit für den Thunfischfang die umweltverträglichste. In den letzten Jahren wurde diese Methode allerdings fast komplett durch die Ringwadenfischerei und durch den Einsatz von FADs ersetzt.

  • Fischfallen – Körbe und Reusen

Diese Art der Fischerei zählt zu den passiveren und zugleich umweltschonendsten Fangmethoden. Wenn ein Fisch in eine Falle geschwommen ist, kann er nicht wieder entkommen, außer er hat nicht die gewünschte Größe. Fluchtöffnungen machen eine selektivere Fischerei möglich. Versehentlich gefangene Tiere können auch per Hand befreit werden. Allerdings können sich Meeressäuger in den Leinen der Fallen verfangen und somit ertrinken.

  • Zugnetz / Wade

Zugnetze werden oft in der Binnen- und Küstenfischerei verwendet und bestehen aus zwei Netzwänden und meistens auch einem Fangsack. Die Zielarten dieser Fangmethode sind Plattfische wie Scholle du Seezunge. Das Zugnetz wird vom Ufer aus in einem Halbkreis ausgebracht und wenn es voll ist eingeholt und gleichzeitig zusammengezogen. Ein Flügel kann zwischen 50 und 500 Meter lang und bis zu 20 Meter hoch sein. Das Verlassen des Netzes für Tiere die nicht zur Zielart gehören soll durch Fluchtöffnungen ermöglicht werden. (Greenpeace; Steffens 2006)

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