Belastung der Gewässer

Ein Blick auf die Gewässergütekarte Deutschlands zeigt, dass es um unsere Binnengewässer schlecht bestellt ist. Es gibt kaum noch einen See oder Fluss, dessen Fischpopulation nicht durch Verunreinigungen beeinträchtigt wäre. Man könne im Rhein wieder schwimmen, wurde schon 1978 behauptet. Zehn Jahre später versuchte der ehemalige Umweltminister Töpfer, diese Behauptung durch einen Selbstversuch experimentell zu bestätigen. Das alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rheinwasser ebenso ungenießbar ist wie der aus dem Rhein gefangene Fisch.

Nicht leugnen wollen wir, dass es in den letzten zwanzig Jahren hinsichtlich des Eintrags bestimmter Schadstoffe und des Sauerstoffgehaltes auch Verbesserungen in der Wasserqualität der deutschen Flüsse gegeben hat. Dies ist jedoch kein Grund, Entwarnung zu geben.

Die Situation in den Weltmeeren schien in der Vergangenheit, abgesehen von lokal begrenzten Verunreinigungen in industriell genutzten Küstenregionen und nach Schiffskatastrophen, kein Problem zu sein. Das Robbensterben von 1987/88 in Nord- und Ostsee hat aber drastisch vor Augen geführt, wie weit die Zerstörung auch großer maritimer Lebensräume bereits fortgeschritten ist. Durch die Einwirkung einer Vielzahl von Schadstoffen im Nordseewasser wurde das Immunsystem der Robben so gestört, dass ein Virus, der normalerweise Robben nichts anhaben kann, fast zur ihrer Ausrottung führte.

Andere große Gewässer wie das Mittelmeer oder die Javasee um die indonesischen Inseln sind durch den Menschen bereits schwer geschädigt.

Die Verseuchung der Meere ist heute jedoch nicht mehr lokal begrenzt, sondern weltweit. Das ist nicht verwunderlich: Meerwasser wird als Transport-, Kühl-, Reinigungs- und Lösungsmittel benutzt, und der Meeresgrund dient als billige Entsorgungsmöglichkeit bei der Verklappung von Atommüll.

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